Familienessen beim Vater Teil I

Geladen wurde zum Weihnachtsessen.
Ich muss mich psychisch auf ein Familienessen bei meinem Vater vorbereiten. Nicht nur das jedes Thema das die Politik tangiert umschifft werden muss, weil einem die Kommentare und Meinungen der Eltern und Geschwister dir die Schuhe ausziehen würde, nein man muss sich die größten Gemeinheiten gefallen lassen warum man denn nicht das gleiche Leben führt wie alle anderen in der Familie. Hierbei sei erwähnt, dass ich die einzige in meiner gesamten Familie bin die ein Studium begonnen und auch erfolgreich beendet hat. Ich gehöre somit zur first generation. Also zu denen wenigen welchen die einen akademischen Abschluss besitzen obwohl sie aus einem Haushalt kommen in dem die Eltern einen solchen Abschluss nicht haben.
So ein „Familien-Essen“ bedeutet für mich Stress pur. Aber warum ist das Stress?
Nun ja, da gibt es den Vater (76) der nicht einmal weiß was ich studiert habe, die Stiefmutter (66) die am liebsten so tut als wäre man eine Familie wie im Bilderbuch (statt eine Kuddelmuddel Patchwork Familie), die Halbschwerster (42) die mich nur allein schon dafür hasst das ich existiere, ihr Mann der seine Geschichten ausschmückt als gab es kein Morgen mehr und meine Stiefschwester (39) die einzige Person mit der man reden kann und mich so lässt wie ich bin, wir aber leider kaum Gemeinsamkeiten haben. Und mitten drin meine kleine 6 jährige Tochter, weil von den „Eltern“ gesagt wird, bring sie mal mit. Wenn sie dann aber da ist, sich niemand mit ihr beschäftigt.



Leider kommt man aber nicht immer drum herum sich mit dem Thema Politik zu beschäftigen, insbesondere wenn die Halbschwester – mit dem Wissen, dass es eskalieren wird, weil ich eine andere Meinung habe als unser Vater und sie – das Thema anreist.
So geschieht es also das Sätze von meinem Vater fallen wie:
Judith pass auf, nicht das Isabel (meine Tochter) bald Kopftuch trägt.
Äm… sie ist sechs Jahre alt. Was für ein komischer Satz.
Oder auch Sätze wie: Wir haben doch schon 30% Ausländer-Anteil.
also wieder… Äm… da schaut man doch einfach mal bei der Bundeszentrale für politische Bildung nach und sieht sich die Zahlen zu der Bevölkerung mit Migrationshintergrund an. Und man staune, 25,5% der in Deutschland lebenden Menschen haben einen Migrationshintergrund, davon sind aber nur 12,1% Ausländer. Diese Info ist durchaus schon noch wichtig. Also doch noch weit von den Angeblich 30% entfernt.
Also bitte, wie kann man nur eine solche AfD Denke haben. Nun gut, ich als ehemalige Studentin bin ja eh Links-Grün-Versifft. Ist klar.
So geht das in einer Tour beim Thema Politik. Ich bin ja schon froh das mein Vater – nach eigenen Angaben – nicht die AfD gewählt hat.

Wenn man diese Zusammenkunft richtig auf die Palme bringen möchte dann sagt man einfach das man Vegetarier ist. Dann ist aus die Maus.

Ein Gedanke zu „Familienessen beim Vater Teil I“

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