Familienessen beim Vater Teil II

Es wurde von meiner Stiefmutter und meinem Vater zum Familienessen geladen. Anlass war der Vatertag und der am nächsten Tag gewesene Geburtstag meines Vaters.
Ich, naiv wie ich war habe mich nicht darauf vorbereitet, ging aber immerhin ohne meine Tochter hin. Fand ich irgendwie besser.
Anwesend waren die üblichen Verdächtigen: Vater (75), Stiefmutter (65), Halbschwester (42) und ihr Mann, Stiefschwester (39) und ische (32).
Es gab wie immer Kaffee und Kuchen und später Mittagessen – keine Ahnung mehr was es gab, irgendwas mit ganz viel Fleisch.
Das Essen verlief noch recht friedlich, keiner wurde angefeindet, keiner wurde schlecht gemacht.



Bis… ja bis meine Halbschwester mich fragte wie es den mit der Job suche voran geht, es sei ja nicht so schwer einen Job zu finden.
Ich hatte zu dieser Zeit meinen Abschluss für mein E-Technik Studium abgeschlossen und suchte seit 3 Monaten eine Job. Also keine wirklich lange Zeit.
Es folgten dann Sätze wie: Also selbst in der Baubranche wird ja schon nach Tarif bezahlt und die suchen wie blöde.
Das ist schön, aber ich komme nicht aus der Baubranche. Ganz im Gegenteil, ich komme aus der Halbleiterindustrie.
Dann wollten sie wissen ob ich eine Gehaltsvorstellung habe. Nun ja, natürlich habe ich die, aber nannte keine Zahl. Darauf hin tat meine Schwester so als würde sie vom Glauben abfallen und sagte: Wie kann man denn bitte ohne Berufserfahrung Ansprüche stellen! Äm… ohne Berufserfahrung? Ja als Ing. vielleicht, wobei das auch nicht ganz stimmt. Also wirklich nein, ich habe Studiert, da darf man doch wohl ne Zahl im Kopf haben.
So ging es immer weiter… Als würde Sie mein Arbeitslosengeld II aus eigener Tasche bezahlen. Und das schlimmste an dieser Situation war, dass alle drum herum gesessen haben und nix dazu sagten, mein Vater hat meiner Schwester in einigen Punkten sogar recht gegeben. Der Mann der nix über mein Leben weiß.
Im weiteren verlauf bin ich dann aber vom Glauben abgefallen, da sie allen ernstes ihre Ausbildung zu Industriekauffrau, die sie im Unternehmen unseres Vater gemacht hat und bis auf eine kurze Auszeit auch bis heute dort arbeitet, mit meinem Elektrotechnik Studium verglich.
Hier war dann ein Punkt erreicht wo ich mich dann doch etwas verascht gefühlt habe und sauer wurde. Sauer weil diese Fotze, die nix, aber auch absolut nix in ihrem Leben ohne Daddy auf die Kette bringt, ihre lächerliche Ausbildung mit meinem Studium vergleicht. Diese Frau lässt sich ihr ganzen Leben von unserem Vater finanzieren. Sie verdient ein Arsch voll Geld, dafür das sie eigentlich nur eine bessere Tippse ist und das nur weil sie den Nachnamen unseres Vater trägt. Den sie selbst nach der Hochzeit behalten hat. Einfach nur unverschämt, dieser Vergleich.
Sie schafft es aber auch immer wieder das man fassungslos dar sitzt und alle um einen herum vorwurfsvoll auf dich hinab sehen.
Himmel Arsch und Zwirn ich bin die einzige dieser Familie die einen akademischen Abschluss besitzt.
Damit war es aber nicht genug… Die gute Dame meinte dann auch noch, dass ich mich ja auch außerhalb von Berlin bewerben könne. Ja könnte ich wenn ich da nicht ein Kind hätte das nicht bei mir sondern bei ihrem Vater lebt.
Sie fing an so zu tun als wüsste sie alles. Es sei erwähnt das meine liebreizende Halbschwester mich wenn es hoch kommt zwei mal im Jahr für 3h oder so sieht.
Es ging immer so weiter… ich wurde immer wütender…
Irgendwann reichte es mir und stand auf mit den Worten: Wenn du doch alles über mein Leben weiß, warum fragst du denn nach?

Ich war so sauer. Aber nicht nur auf meine Schwester… nein ich war sauer auf meinem Vater. Ich war zutiefst enttäuscht von dem Verhalten der gesamten Familie. Das geschah alles ohne den Einfluss von Alkohol! Was es noch viel verrückter macht.

Personen die noch nie diese Stadt verlassen haben (außer für nen Urlaub) wollen mir, die ja nun schon oft von Stadt zu Stadt umgezogen ist, erzählen das es ja nicht so schwer sei und die Branchen doch alle boomen. Ist klar. Weil ihre Branche, die Baubranche boomt, haben alle anderen auch einen Aufschwung. Was soll man dazu sagen?!?

Wer meine Familie hat braucht keine Feinde mehr.

Ein Gedanke zu „Familienessen beim Vater Teil II“

  1. Eigentlich ist Familie verdammt wichtig, sollte sie im Fall der Fälle doch für jedes Familienmitglied da sein. Bei Freunden etc. kann man das nicht erwarten. Als Familie hätte ich erwartet, dass man dir mit Taten helfen würde. Stattdessen wirst du mit Worten rund gemacht. Was einem nicht gut tut, sollte man eigentlich meiden ….

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