Braucht das Kind einen Namen?!?

Da muss ich jetzt etwas ausholen und ca. 2,5 Jahre zurück gehen. Da lerne ich einen Mann kennen der interessant für mich war. Das lustige daran war, dass er und ich das gleiche Studienfach an der selben Hochschule studiert haben. Somit hatte man schon mal ein Gesprächsthema das über das Wetter hinaus ging. Aber auch so schien er ein echtes Interesse an mir und meinem Leben sowie meinen Problemen und meiner Gefühlswelt zu haben. Er verurteilte mich auch nicht dafür das meine Tochter nicht bei mir lebte. Im Gegenteil, er fand es gut das ich mich auf Grund meiner Probleme dazu entschieden habe, dass das kleine Wesen beim Vater blieb.
Es wurde schnell sehr intensiv zwischen uns. Wir haben uns jeden Tag gesehen, haben die Nächte durchgemacht um zu reden und auch um Sex zu haben. So ging das eine ganze Weile. Natürlich auch immer mal mit Streitigkeiten verbunden, weil ich so bin wie ich bin und er so ist wie er ist.
Er wollte dieser zwischenmenschlichen Beziehung aber keinen Namen geben. Eine Freundschaft war es nicht, war es wohl aber auch in der gesamten Zeit nicht. Eine Beziehung war es auch nicht. Er sagte immer: Es ist der Versuch eine Beziehung zu führen.



Nun ja… ich habe das lange Zeit ignoriert und dachte mir: Das wird schon irgendwann werden. Falsch gedacht.
Es sollte also die Zeit kommen an der es zur Weihnachtszeit vor 2 Jahren eskaliert ist. So sehr, dass er mich gezwungene hat eine Therapie anzufangen (ich hatte zu der Zeit mal wieder eine Pause vom therapiert werden genommen). Er wollte sogar kontrollieren was ich alles getan habe um einen Therapieplatz zu bekommen. Das alles, um das er für sich rechtfertigen konnte weiter Kontakt mit mir zu halten. Ich beugsam wie ich war, tat es auch, wenn auch unter Protest. Unter diesen Randbedingungen machte ich mich also auf um einen Therapieplatz zu organisieren. Wie man weiß dauert so etwas gern mal locker drei Monate +. Ich habe es innerhalb weniger Tage geschafft einen Termin zu bekommen. Also fing ich wieder eine Therapie an. Er forderte recht kurz danach, dass er mal an einer Sitzung Teilnehmen wolle. Auch dies habe ich in wenigen Tagen organisiert bekommen.
Nun ja… rückblickend betrachtet nicht unbedingt falsch gelaufen, aber so wirklich korrekt auch wieder nicht.

Er ist schon etwas besonderes für mich.
Er hat mir aufgezeigt was es heißt wirklich zu lieben. Er hat mir gezeigt das reden und Selbstreflexion sehr hilfreich sein können. Er hat mir gezeigt, dass ich mehr Geduld habe als ich gedacht hätte. Und er hat mich in einer sehr schweren Phase meines Lebens, hier ging es um meine Tochter, sehr unterstützt. Nicht mit Anwesenheit sonder mit Rat und Tat.

Es dümpelte dann so vor sich hin. Es was kein Fleisch, kein Fisch. Irgendwann – ich dachte das alles super zwischen uns laufen würde – eröffnete er mir das er keine Zukunft mehr darin sieht den weg hin zu einer gemeinsamen „romantischen Beziehung“ weiterhin zu beschreiten. Man sich aber weiterhin treffen könne.
Dies lief ebenfalls wieder eine ganze Weile. Bis er mir verkündetet das er sich mit einer anderen Frau getroffen habe und er sehen möchte wo das hin führt. Ich bin ausgerastet… war total verzweifelt, denn auch mit den ganzen Ankündigung hatten wir uns dennoch genau so oft gesehen wie zuvor, haben die gleichen dinge getan. Außer an Wochenende die gehörten seinen Freunden.

Seine Freunde und ich schienen nicht gut miteinander zu harmonieren. Ich kann meine Gefühle nicht sonderlich gut verbergen. Sodass ich, wenn ich genervt bin, schnell mal die Augen rolle oder wenn ich anderer Meinung bin, ich dies auch in absoluter Gewissheit das ich im „recht“ bin, kund tue. Dies war etwas das dazu führte das er mich komplett von seinen Freunden entkoppelte. Das geschah schon sehr früh unserer Bekanntschaft.
Lustig fand ich nur… kleine Anekdote am Rande: Da hatte es sich doch mal ergeben, dass ich eingeladen wurde zu einem Abend mit seinen Freunden. Einer seiner Freunde hatte einen Film dabei, es war der Film LOGEN: Die Läuterung des Wolverine, ich hatte diesen Film schon gesehen und fand ihn echt schlecht. Diese Meinung hatte ich also auch so gesagt. Vielleicht auch etwas härter formuliert und mit einem Gesichtsausdruck der sicherlich auch genau gezeigt hat das ich so gar keine Lust auf diesen Filme hatte. Nun gut, dieser Film wurde an diesem Abend nicht gesehen, aber einige Wochen später. Warum auch immer war ich wieder eingeladen – ich war schon recht verwirrt über diesen Umstand. So geschah es das dieser Film geschaut wurde. Der „nicht“ Freund hatte mich zuvor instruiert das ich mich doch bitte zügeln solle da er mich sonst rauswirft. Ich gefügig wie ich nun mal sein kann wenn mir eine Person wichtig ist, war also Handzahm. Was passierte aber… der Film wurde gesehen und sowohl mein „nicht“ Freund als auch seine beste Freundin machten sich während des Filmes lustig über eben genau diesen. Ich war wie befohlen lieb und sagte nix.
Da frage ich mich aber doch was besser ist… gleich zu sagen das man den Film kennt und ihn nicht gut findet oder beim Filmschauen zwischen zu quatschen und ihn zu verhöhnen?
Die Person von der ich hier rede scheint immer einen Erziehungsauftrag zu sehen. Zumindest im Bezug auf mich.
Judith hör auf die Augen zu rollen.
Judith sei angepasster.
Judith sei Handzahmer.
Judith sei halt einfach anders wenn du weiterhin mit mir kontakt haben willst.

Zurück zu dem Tag als er mir mitteilte das er eine andere Frau getroffen hat. Ich – wie schon geschrieben – rastete aus, war völlig verzweifelt. Ich führ nach Hause und schrieb viele Nachrichten, Nachrichten die bestimmt auch nicht nett waren. Ich weiß es nicht mehr. Bis ich dann einen Satz nannte der ihm dazu veranlasste die Polizei zu mir zu schicken. Sicherlich auch zu recht.
So bin ich also ins Krankenhaus gekommen. Wurde aber nicht aufgenommen weil der Herr mich ja lehrte das Reflexion sehr hilfreich sein kann. Das war auch hier tatsächlich der Fall.
Es gab nach der Aktion einige Zeit Funkstille. Bis man sich – warum auch immer – wieder annäherte. Es geschah also wieder das es sich für mich so anfühlte als wäre wieder alles ok. Da man genau das gleiche getan hat wie zu der Zeit als der Weg noch gemeinsam Richtung Beziehung verlief. Der einzige Unterschied bestand darin, dass es um einiges fragiler war, man immer wieder Zeiten hatte an dem es ein Kontaktverbot gab.
Ja ich durfte ihn dann und wann nur noch Postalisch anschreiben.
Nun ja… so ging das auch eine ganze Zeit, natürlich auch während der Zeit in der ich meine BA schrieb.
Irgendwann traf man sich wieder regelmäßiger und schrieb auch fast täglich. Und was passierte… Richtig: Er teilte mir (per Telefon) wieder mit, dass er eine andere Frau kennen gelernt hat und sehen will wo das hin führt. Ich habe ihn nicht einmal ausreden lassen und legte auf. Ich also wieder absolut verzweifelt und hilflos, schreib wieder sehr böse bis gemeine Dinge. Ist so meine Art um mit solchen Situationen klar zu kommen – wild um mich herum treten.
Ich halte ihn jedoch auf dem laufenden was mein Leben und die Situation mit meiner Tochter betrifft. Meist ohne Rückmeldung.
So verging einige Zeit, ich durchlebte während der Funkstille eine Bestrahlungstherapie wegen Brustkrebs. Kurz vor Schluss der Bestrahlungstherapie telefonierten wir aber doch wieder, einmal.
Er war wieder in seinem Erziehungsmodus, wollte unbedingt das ich doch die Dinge die ich so geschrieben hatte kläre und mitteile das ich mir vor nehme ihn nicht mehr schlecht zu behandeln. Darauf sollte ich von allein kommen. Dabei war ihm wohl egal das ich doch sehr zu kämpfen hatte überhaupt auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Seinem Wunsch kam ich also nicht nach. Was dazu führte das man sich wieder von einander entfernte. Ach hinzu kam das ich darum gebeten hatte das er seine neue „nicht“ Freundin doch bitte nicht erwähnen möge. Dennoch tat er es. Nach dem Gespräch lag ich also wieder, wie so oft schon, am Boden.

Da er aber nun mal der einzige Mensch in meinem Leben ist der mich versteht und mich kennt, schrieb ich ihn dennoch immer mal wieder was so gerade passiert in meinem Leben. Mal antwortet er, mal nicht. Nicht jede Nachricht hatte aber auch das Ziel das er antwortete, also alles ok so weit.
Vor ein paar Monaten schrieb ich, warum auch immer, das ich den Sex zwischen uns doch schon sehr vermisse und ich eben jenen gern mal wieder hätte. Ein Riesen Fehler von mir.
Wir streiten uns per Nachricht (gesehen haben wir uns schon lange nicht mehr) wie ich den dazu komme ihm das zu schreiben und das er das bei „ihr“ (seiner „nicht“ Freundin) angesprochen habe und sie ein Problem darin sehe weil ich ja die Ex bin. Worauf hin ich fragte, warum er mir das denn bitte erzähle, es sei doch nicht mein Problem und es ginge mich auch nix an wie er zu einer Antwort komme. Er sah das wohl anders.
Also wieder Funkstille.

Bis man sich vor kurzem verabredet um sich mal wieder zu sehen. Ich, dumm wie ich bin, stimmte zu und suchte extra einen neutralen Ort aus, die Friedrichstraße.
Ich war sehr verunsichert. Umarme ich ihn zur Begrüßung wenn ja wie lange… oh mein Gott Fragen über Fragen. Aber es verlief soweit erstmal ganz gut.
Bis… ja bis es mal wieder zu einem Thema kommt das ich eigentlich nicht angerissen gewusst haben wollte. Seine „nicht“ Freundin. Ich weiß nicht mehr wie man dazu kam. Aber es folge wieder ein mir sehr bekannter Modus von ihm, der Erziehungsmodus.
Er schmetterte Phrasen wie: wenn jemand Teile meines leben leugnet kann ich nicht mit dieser Person befreundet sein.
Er versuchte immer wieder damit anzufangen. Was ich immer wieder abblockte.
Aber da möchte ich doch mal etwas zu sagen: Er und ich waren nie Freunde. Es war das was es war oder ist das was es ist. Für eine Freundschaft war es zu nahe und dennoch viel zu fern. Ich war kein Teil seines Lebens wie es sein Freund sind.

Ich fühlte mich ersetzt. Er lernte eine andere Frau kennen und ich war auf einmal nicht mehr existent. Natürlich auch durch meine Eiversucht. So fühlte es sich an. Also was soll das schon für eine Freundschaft sein?
Ich war auch nie einer seiner Säulen – das sind Personen die ihm sehr wichtig sind und wenn eine dieser Personen weg fällt würde er auch anfangen zu schwanken.
Ich war Judith. Einfach nur Judith. Das Kind hatte nie einen Namen!

Er konnte es aber bei dem treffen nicht lassen dennoch das Thema auf meine eine SMS zu lenken in der ich schrieb das ich doch ganz gern mal wieder Sex haben wollen würde mit ihm, die ich wohl bemerkt schon vor Monaten versendet hatte. Das tat er immer und immer wieder.
Er hielt mir vor das ich falsche Annahmen treffe und das sich dinge ändern können, weil ich ihm sagte das ich kein Interesse mehr daran hätte mit ihm zu schlafen, eben weil er eine „Freundin“ hat.
Wir trennten uns im guten, irgendwie. Seid dem fühle ich mich schlecht, unsicher, fast schon ohnmächtig.

Keine Ahnung was ich tun soll.

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