Treffen mit meiner Mutter Teil I

Auf meine Mutter ist eigentlich immer verlass. Sie ist immer für einen da wenn man sie braucht. Das hat sie schon mehrfach unter beweis gestellt. Das was sie aber absolut nicht kann, ist über die Vergangenheit zu reden.

Da treffe ich mich mit ihr und es entwickelt sich ein Gespräch wo ich nicht umhin komme hier folgendes zu sagen: „Mama, du hast ein Kind mit einer Borderline Störung großgezogen.“
Ihre Reaktion ist nicht etwa Trauer oder Bestürztheit, nein, ihre Reaktion ist Trotz, vielleicht auch Wut. Allerdings ist sie dann auf mich wütend. Wie kann ich so etwas nur sagen?!?
Sie schaut mich an als würde sie nicht verstehen was du sagt, hat absolut kein Verständnis dafür und verhält sich auch dementsprechend. Die Arme verschränkt und der Blick, nun ja, schwer zu sagen. Das Sprichwort: Wenn Blicke töten könnten… ist an dieser Stelle zu viel des guten, kommt der Sache aber schon recht nahe.



Wenn sie etwas zu solch einen Satz von mir sagt, ist das Maximum etwas das die Verantwortung abgibt.
Da folgen dann Sätze wie: Dein Vater hat ja dies… oder das… bla bla.
Oder noch viel geiler ist dieser Satz: Du hat das aber auch gut für dich auszunutzen gewusst. Äm… ich war neun Jahre alt sich sich meine Eltern getreten hatten. Was soll ein Kind da bitte Ausnutzen?

Ich war froh als sich meine Eltern getrennt haben. Kein Geschrei mehr, keine Tassen die quer durchs Wohnzimmer flogen und nicht mehr dabei zusehen zu müssen wie sich die eigenen Eltern verprügelten. Meine Mutter hat jedoch einen Fehler gemacht.
Sie zog mit meinem heutigen Stiefvater zusammen, soweit so gut. Nur hatte er damals nicht in Berlin gearbeitet und war nur am Wochenende in der Stadt. Unter der Wochen waren also meine Mutter und ich alleine, sollte man meinen. Nop! Genau das waren wir nicht. Wir waren unter der Wochen wo? Genau bei meinem Vater.
Es sei an dieser Stelle zu erwähnen, dass das Schlafzimmer meiner Eltern ein Durchgangszimmer zu meinem Kinderzimmer war. Also musste ich immer durch das Schlafzimmer um in irgendeinen anderen Raum zu gelangen. Was will ich damit sagen? Nun ja, Türen würden bei uns nie geschlossen somit habe ich alles mitbekommen und musste nicht selten warten bis meine Eltern wieder geschlafen haben damit ich auf die Toilette gehen konnte.
Was war die Konsequenz für mich? Ich musste meinem Stiefvater immer belügen wo wir waren und was wir gemacht haben. Echt schlimm.

Schade das meine Mutter nicht über die Vergangenheit spricht. Das würde für mich einiges leichter machten.
Etwas das ich unbedingt noch lernen muss: Meiner Mutter zu verziehen ohne das sie sich bei mir entschuldigt. Eine Entschuldigung ist von ihr nicht zu erwarten.

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