Mutter sein mit Borderline Teil 5

Es gibt im Wesentlichen Zwei Faktoren die zu einer Borderline- Persönlichkeitsstörung führen.

  1. die genetische Veranlagung
  2. das Umfeld (die Erziehung)

Schaut man sich diese beiden Punkte mal ganz genau an, so sieht man, dass es Faktoren sind, die man absolut nicht unter Kontrolle hat. Ist man sich dessen gewahr, so relativiert sich die ganze Problematik. Man ist nicht Schuld an der Miesere.
Bei mir kamen und kommen auch immer noch natürlich Gedanken wie: So ein scheiß, warum muss ich das alles allein regeln, aushalten, bearbeiten wenn ich doch absolut nix dafür kann das ich so bin wie ich bin. Das ist so unfassbar ungerecht.
Ab und zu könnte ich auch meine Eltern dafür hassen das sie mir das angetan haben. Leider bringen einen diese Gedanken auch nicht weiter.



Ist man jedoch nun selbst Mutter, hat man im Zweifel ein Problem, denn man kann dem Kind eine gewisse Veranlagung vererben. Kinder von Müttern/Vätern mit einer BPS sind oft auch recht sensibel, schnell angespannt und haben Probleme sich zu beruhigen, sich selbst zu regulieren.
Hinzu kommt, dass die Persönlichkeitsstörung des Elternteils die Erziehung, sprich das Umfeld, stark beeinflusst, oft auch in eine negative Richtung. Und schon steckt man einem Teufels-Kreislauf. Das ist sehr frustrierend, sollte jedoch kein Grund sein den Kopf in den Sand zu stecken. Genau das ist bei mir passiert. Der Worst Case traf ein.

Zu Beginn meines Mutter da seins hatte ich unfassbar viele Probleme die ich nicht benennen konnte. Ich bin bei jeder noch so kleinen Kleinlichkeit ausgerastet, habe geschrien, Tür geknallt, Sachen rumgeworfen.
Ich habe meine Tochter als oft angeschrien, war immer sehr angespannt und habe viel geweint. Zudem war ich mit den Bedürfnissen meines Kindes überfordert. Man sollte meinen Liebe zu geben ist einfach, weit gefehlt, da ich selbst in einem sehr kalten Haushalt groß geworden bin, fiel mir das sehr schwer. Und damit nicht genug, ich bin wohl recht emphatisch (was viele Menschen mit BPS sind). Das heißt, dass ich die Gefühle meiner Tochter voll umfänglich spüre + meine eigenen. Da es aber nicht selten nur 0% oder 100% Gefühl gibt in der BPS Welt, hat man, wenn man das zu lässt mit einmal 200% Gefühl in sich und wird regelrecht überflutet. Bei dem Gefühl der Freude ist das kein Problem, aber bei Wut, Trauer, Ohnmacht usw. wird das ganz schnell problematisch.
Somit blieb mir also nix anderes übrig, ich musst die Empathie weitestgehend abstellen. Was ist die Konsequenz? Richtig! Ich wurde meiner Tochter gegenüber kalt. Schöne Scheiße.

Ach ja, das alles bedeute aber nicht, wenn man einen BPS hat und ein Kind, das dieses Kind zwangsweiße auch eine Störung entwickelt. Wenn dieses Kind trotz alle dem gute Erfahrungen macht, man das Kind 100%ig liebt, der Partner die schwächen auffangen und kompensieren kann, kann das Kind eine unbeschwerte Kindheit verleben.

Für mein Kind gilt: von jeden Schritt den ich nach vorn gehe und von jedem noch so keinen Lernerfolg meinerseits, profitiert meine Tochter mit.
Wenn ich meine Gefühle auszuhalten lerne und ggf. auch etwas steuern kann (soweit es eben möglich ist) kann ich das meiner Tochter weiter geben. Vielleicht auch eine Mutter sein die ihrem Kind sehr kompetent beibringen kann wie es mit seinem Gefühls-Chaos umgehen kann.
Diesen Weg gehe ich unbeirrt Schritt für Schritt.

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