Freizeitbeschäftigung

Da ich derzeit immer noch in der unglücklichen Situation bin nach einer Arbeit zu suchen, fällt mir recht schnell die Decke auf den Kopf.
Ich bekomme mich nicht so recht motiviert an meiner Pinselei weiter zu arbeiten. Also kam ich auf die Idee mich für den Hausbau zu interessieren. Also mehr zu interessieren als ich das schon zuvor tat. Schon als Jugendliche habe ich mich mit Grundrissen beschäftigt, wollte meine Ideen auf Papier bringen. Ich glaube deshalb dachte meine Mutter eine Zeitlang das ich vielleicht mal Architektin werde.
Weit gefehlt. Die Technische Mechanik die man hierzu braucht ist so gar nicht meine Welt.
Aber nun gut… ein wenig Grundrisse Zeichnen und sich tatsächlich mit dieser Materie auseinander zu setzen ist halt doch ein Unterschied.



So bin ich also los gegangen mit „dem Freund“ im Schlepptau und habe mir Musterhäuser angesehen. Er ist nur mir zu liebe mitgegangen. Fand es aber zu seinem eigenen erstaunen am Ende doch recht interessant.
Das erste Haus in dem wir waren hat mich gleich überzeugt. Ein Haus mit einer Wohnfläche von über 200 qm und einem riesigen Keller – da kann man schon viele tolle Dinge mit anstellen. Ich hatte schon immer einen Hang zum extravaganten. So habe ich es schon als Kind geschafft immer das teuerste gut zu finden.
Wir vereinbaren einen Beratungstermin.

Mein Freund und ich rechnen mal etwas rum was man sich realistisch leisten könnte wenn beide einen Job haben. Wichtig hierbei ist das wir uns beide eigentlich nicht als Hausbesitzer sehen. Darum würden wir die Dauer für die Tilgung auf ein Minimum reduzieren wollen. Gesagt getan und raus kommt: 500.000€ wären gut machbar in der für uns passenden Zeit.
Ich meine das ist eine halbe Million Euro. Dafür sollte man doch einiges bekommen oder?
Weit gefehlt wie sich herausstellt. Nicht nur das die Grundstückspreise explodieren wie jeder weiß. Nein auch die Kosten für ein Haus sind exorbitant. Ok ok, jetzt muss ich gestehen das ich unbedingt ein KfW 40 Haus haben wollen würde, also ein Plus Energie Haus. Nicht nur weil es besser für die Umwelt ist sondern weil das neue Energiengesetz das sowieso bald verlangt. Also warum für teuer Geld nachrüsten wenn man gleich alles machen kann.

Wir gehen zu dem Beratungstermin. Besprechen was das Haus alles unbedingt haben soll.
Einen Wohnkeller, ca. 170 qm Wohnfläche, innen laufende Schiebetüren, drei Bäder, nicht zu extravagant – eher Funktional, keine offene Küche usw.
Am Ende des Gespräches frage ich den Berater wie realistisch das den ist bei einem GESAMT Budget von 500.00€? Seine Antwort war, ja das passt.
Wir vereinbarten einen zweiten Termin. Kurz vorher schickte er uns einen Steckbrief für ein Haus zu, was nicht mal im Ansatz dem entsprochen hat was wir wollen. Aber gut, Wände kann man in der Planung verschieben. Jedoch als ich sah was am Ende des Steckbriefes für eine Zahl stand, bin ich aus allen Wolken gefallen. Das Haus das nur noch 130 qm hatte ohne Keller mitgerechnet kostet über 450.000€.
WOW…
Ich meine wenn man ein Grundstück in der nähe von Berlin das 600 qm Fläche hat für 50.000€ bekommen würde, fein. Aber so ist es ja nicht.
Ich war sauer… nicht weil der Preis so hoch war sondern weil der Berater unsere Obergrenze vollkommen ignoriert hatte. Also sagten wir den zweiten Termin ab.

Aber gut, so schnell lasse ich mich nicht entmutigen. Ich bastle also wie als Teenager an ein paar neuen Grundrissen, die um ein vielfaches kleiner sind und ohne Keller.
So gewappnet werde ich Ende diesen Monats auf eine Hausbau-Messe gehen und mal schauen was da so geht.

Jedoch gehörte zu meiner Grundrissplanung auch die Frage wie die Räume eingerichtet werden sollen.
Jetzt nach mehreren Wochen der Recherche weiß ich also schon recht genau wie meine Küche aussehen würde, wie das Kinderzimmer eingerichtet sein würde, wie die Badezimmer aufgeteilt sind und was das alles Kosten würde.
Der Vorteil wenn man als Paar in getrennten Haushalten wohnt ist, das man genügend Möbel hat um es in einem Haus aufzuteilen. Das einzige wovon ich noch so gar keine Vorstellung habe ist die Frage welche Fliesen ich haben wollen würde. Nur im Badezimmer meiner Tochter (ja sie würde ein KLEINES eigenes Badezimmer bekommen). Ich kann mich noch daran erinnern wie ich mit meinem Vater im Haus eines Bekannten von ihm war. Ich fand es total toll wie warm die Füße waren. Damals war eine Fußbodenheizung noch Luxus. Aber auch an das Badezimmer der Tochter von dem Bekannten kann ich mich dunkel erinnern. Es war weiß gefliest jedoch mit einer Bunten Zierleiste. Es war Unisex und für jedes Alter passend. Genau sowas würde ich auch für meine Tochter haben wollen.

Mein Vater der mich vor kurzem zum weinen gebracht hatte (hier) war als ich ihn wegen einer Frage anrief fast schon süß.
Mein Vater ist in der Bau-Branche.
Er sagte mir: „Judith bevor de los jest und wat unterschreibest, kommste erstmal zu mir. Ick habe jenuch Kontakte.“
Was er damit meint… er möchte das ich Geld spare und einige Dinge bei einem Hausbau von Menschen erledigen lasse die einen Freundschaftspreis anbieten würden. Und er will sich etwas besser fühlen. Sei es im gegönnt.
Als ich ihm antwortete das ich das tatsächlich sowieso vor gehabt hätte, war er sehr froh. Schön, endlich mal ein Gespräch mit meinem Vater das nicht frustrierend ist.

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