Mutter sein mit Borderline Teil 7

Da gehe ich mit meiner Krankheit immer offen um. Bin immer ehrlich zu den Leuten so das sie wissen woran sie sind. Auch meine Tochter weiß um meine schwächen. Habe ich ihr vor geraumer Zeit zwei Bücher gekauft die zum einen das Thema Boderline und zum anderen das Thema Depression, kindgerecht erklären. Oder es zumindest versuchen. Meine Tochter mag die beiden Bücher. Selbst im alter von 7 Jahren sucht sie sich dann und wann eins der beiden Bücher aus damit ich ihr daraus vorlese.

Weiterlesen „Mutter sein mit Borderline Teil 7“

Validieren, muss das sein?!?

Die Validierung ist eine Art der Kommunikation die vertrauen Aufbauen, die Selbstachtung verstärken und eine Hilfe in schweren zwischen menschlichen Situation sein soll.
Aber was genau macht man.
Es geht darum seinen gegenüber zu vermittlen das man seine Sichtweise nachvollziehen und verstehen kann. Wobei das nicht ausschließt das man anderer Meinung ist oder alles gutheißen muss was man gesagt bekommt.
Vielmehr ist es ein gutes Werkzeug um zu vermitteln das man diesen Menschen sieht.

Weiterlesen „Validieren, muss das sein?!?“

Mutter sein mit Boderline Teil 6

Es übermannte mich ein Gedanke, ein Gedanke der mich als schlechte Mutter darstellt.
Ich schrieb mit Ronald, hatte mich darüber enttäuscht gezeigt das mein Vater sich nicht in der Lage sah mir Persönlich zum Geburtstag zu gratulieren. Meine Grundeinstellung war eh schon recht dunkel wärend des textens.
Der Austausch glitt in Richtung: Das man doch besser sein möchte als seine Eltern. Das ist wohl wahr. Aber doch sehr schwer umzusetzten.

Weiterlesen „Mutter sein mit Boderline Teil 6“

Mutter sein mit Borderline Teil 5

Es gibt im Wesentlichen Zwei Faktoren die zu einer Borderline- Persönlichkeitsstörung führen.

  1. die genetische Veranlagung
  2. das Umfeld (die Erziehung)

Schaut man sich diese beiden Punkte mal ganz genau an, so sieht man, dass es Faktoren sind, die man absolut nicht unter Kontrolle hat. Ist man sich dessen gewahr, so relativiert sich die ganze Problematik. Man ist nicht Schuld an der Miesere.
Bei mir kamen und kommen auch immer noch natürlich Gedanken wie: So ein scheiß, warum muss ich das alles allein regeln, aushalten, bearbeiten wenn ich doch absolut nix dafür kann das ich so bin wie ich bin. Das ist so unfassbar ungerecht.
Ab und zu könnte ich auch meine Eltern dafür hassen das sie mir das angetan haben. Leider bringen einen diese Gedanken auch nicht weiter.

Weiterlesen „Mutter sein mit Borderline Teil 5“

Mutter sein mit Boderline Teil 4

Was ist eigentlich das Problem wenn eine Mutter eine Borderline-Persönlichkeitsstörung hat?
Ich kann hier natürlich nur von mir sprechen.
Nun ja… gehen wir doch mal die neuen Kriterien durch von denen fünft zutreffen müssen um eine BPS diagnostiziert zu bekommen.

  1. Verzweifeltes Bemühen, ein reales oder imaginäres Alleinsein zu verhindern.

    Jede Sekunde die ich alleine bin ist die reinste Hölle für mich. Um das zu vermeiden, nehme ich auch in Kauf mich mit Menschen zu umgeben die mir nicht gut tun.

  2. Muster von instabilen und intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen extremer Idealisierung und Abwertung gekennzeichnet ist.

    Besonders in Streit-Situationen passiert es mir ganz schnell das ich mein gegenüber unverhältnismäßig Abwerte, während ich aber außerhalb dieser Situation diese Person schon fast vergöttern kann. Bei meiner Tochter passiert mir das auch, besonders gern bei der zu Bett geh Situation wo sie immer „rum zickt“.

  3. Identitätsstörung: eine ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder des Gefühls für sich selbst.

    Nein, würde ich nicht sagen dass das bei mir zutrifft. Ich bin immer streng. Es hängt aber von meinem gegenüber ab wie liebevoll ich bin.

  4. Impulsivität in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Bereichen (Geld ausgeben, Sex, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, Essanfälle).

    Auf jeden Fall ist dieser Punkt zutreffend. Bei mir ist es das rücksichtslose fahren (natürlich nur wenn meine Tochter nicht dabei ist) und ich hungere statt Fress-Anfalle zu bekommen. Sex ist auch eine von mir beliebte Methode um mich selbst zu verletzten.

  5. Wiederkehrende Suiziddrohungen, -andeutungen oder -versuche oder selbstschädigendes Verhalten.

    Jup!!!

  6. Affektive Instabilität, die durch eine ausgeprägte Orientierung an der aktuellen Stimmung gekennzeichnet ist (z.B. starke episodische Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit oder Angst).

    Jeder Tag ist anders mal stehe ich auf und bin den ganzen Tag nur genervt von alles und jedem. Selbst wenn ich mir vorgenommen habe gute Laune zu haben weil ich mit meiner Tochter Drachen streiten lassen wollte.

  7. Chronisches Gefühl der Leere.

    Das habe ich nicht so richtig, eigentlich fühle ich immer irgendwas. Es ist aber ab und zu leichter nix zu fühlen um nich zu funktionieren.

  8. Unangemessene, starke Wut oder Schwierigkeiten, Wut und Ärger zu kontrollieren (z.B. häufige Wutausbrüche, andauernder Ärger, wiederholte Prügeleien).

    Das ist das was mich aus macht. Und das ist auch das was mich dazu veranlasst hat meine Tochter bei ihrem Vater zu lassen. Ich wollte das meiner kleinen nicht antun.

  9. Vorübergehende, stressabhängige paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.

    Nein, das ist mir so noch nie passiert.

Weiterlesen „Mutter sein mit Boderline Teil 4“

Mutter sein mit Borderline Teil 3

Es gibt unfassbar viele Erziehungsratgeber auf dem Markt. Ich für mein Teil habe jedoch lange Zeit keines dieser Bücher gelesen.
Warum eigentlich nicht? Nun ja… ganz einfach. Solche Ratgeber sind doch selten für Menschen geschrieben die eine Persönlichkeitsstörung haben. Das lesen eines solchen Buches würde zwangsweise zu Frustration führen. Ein Weiterer Grund warum ich diese Bücher nicht angefasst habe liegt darin, dass jeder Mensch anders ist, somit auch jedes Kind. Es muss einem also klar sein – und das bevor man so ein Buch auch nur in die Hand nimmt – das nicht alle Tipps und Tricks helfen und/oder Zielführend sind. Es kann sorg ins Gegenteil umschlagen und fast schon schädlich werden.
Aber was tun nun Eltern mit einer BPS? Menschen die zumeist Probleme habe haben ihre Impulse zu steuern, also eine Impuls-Kontroll-Störung haben. Als Vorbildfunktion ist so ein Verhalt ja nun nicht geeignet.

Weiterlesen „Mutter sein mit Borderline Teil 3“

Mutter sein mit Borderline Teil 2

Das größte Problem für mich beim Mutter sein mit einer BPS ist, dass ich meine innere Unruhe auf meine Tochter übertrage und somit irgendwie alles schlimmer ist.
Meine Tochter ist wirklich sehr willensstark und sie lässt sich auch absolut nix gefallen. Soweit so gut. Aber wenn wir beide aneinander geraten ist es so als wenn zwei Bomben aufeinander prallen.
Also muss ich es irgendwie schaffen einen Weg zu finden um Situationen zu deeskalieren. Was schon so schwer genug ist, mit einer BPS jedoch fast unmöglich scheint. Zumindest zu beginn meiner Therapie.
Hinzu kommt das ich wohl recht emphatisch bin, was es sehr schwer macht wenn ich mein Kind weinen sehe und ich das Gefühl das sie hat in voller stärke spürt. Das allein ist es aber gar nicht… man hat ja noch seine eigenen Gefühle, Gefühle die schon kaum zu greifen sind. Also herrscht im inneren sehr schnell ein absolutes Chaos und man wird überschwemm von Gefühlen. Ich habe dann ganz schnell das Gefühl der Ohnmacht – als ob ich ertrinke.
Nun kann ich mich aber der Ohnmacht nicht hingeben, also was passiert? Nun ja… ich werde sauer und raste aus.
Das ist ohne Kind schon eine Reaktion die nicht tragbar ist, mit Kind ist das aber eine Reaktion die absolut nicht geht.
Eben genau dieses Verhalten ist einer der Gründe warum meine kleine Maus nicht bei mir lebt. Wobei ich hierbei auch einen sehr hohen Anspruch an mich selbst habe. Im allgemeinen bin ich mir gegenüber sehr streng, intolerant und absolut nicht liebevoll.
Ich könnte es bestimmt inzwischen schaffen alleinerziehende Mutter zu sein, aber ich habe wirklich große Angst davor.

Ich finde nix schlimmer als Eltern die nicht mit bekommen das sie ihre Kinder seelisch fertig machen mit ihrer Art der Erziehung. Oder wenn sie es völlig okay finden wenn man mal das Kind schlägt.
Davon gibt es so viele Eltern und die Kinder müssen es dann Ausbaden. Ganz Toll.

Wie sie lebt nicht bei dir?

Der Umstand das ich meine Tochter bei ihrem Vater gelassen habe als wir uns trennten (im guten Glauben, dass er das gut meistern wurde) ist einer, der in dieser Gesellschaft nicht gut aufgenommen wird. Man muss doch als Mutter immer für das Kind da sein und es hat auch bei eben dieser Mutter zu leben.
Mit dem ersten Teil des vorangegangenen Satzes gehe ich d’accord, mit dem zweiten Teil jedoch nicht. Ich finde das man nicht nur mit der puren Anwesenheit zeigen kann das man da ist.

Das Kredo scheint zu sein: Bis zur Selbstaufgabe und noch weit darüber hinaus für das Kind dazu sein. Völlig egal was das für das Kind bedeuten kann.
Ich hätte nie gedacht, dass diese Denke selbst in der heutigen Zeit, immer noch so sehr verankert ist. Es so stark ist das man sich wirklich unter Druck gesetzt fühlt von dieser Gesellschaft.

Ich sage mir jedoch inzwischen:

warum denn bitte muss die Mutter immer alleinerziehend sein, wozu hat ein Kind denn ein zweites Elternteil (sofern es einen gibt)?
Ich stelle mir die frage welche Personen denken so und äußern ihren Missmut mir gegenüber?
Damit relativiert sich doch so einiges. Und der Druck den ich verspüre in diesen Momenten ist nicht mehr so riesig.

Ich habe gelernt: sind die Eltern nicht glücklich und haben zudem große Probleme, so kann das Kind auch nicht glücklich sein und wird auch Probleme haben.
Und wenn Elternteile ihre Schwächen nicht kennen und/oder sie sich diese nicht eingestehen können/wollen, dann schadet man seinem Kind.
Der letzte Absatz gibt für alle Eltern nicht nur für die mit einer Boderline Persönlichkeitsstörung.

Mutter sein mit Boderline Teil 1

Was für ein Scheiß. So viel Selbstreflexion kann doch kein Mensch leisten. Immer und immer regt man sich über die kleinste Kleinigkeit auf weil man die Abstrusesten Grundannahmen hat, die für das Selbstwert eine Qual sind.
Und dieses ständige verletzten auf die unterschiedlichsten weisen.
Noch viel gemeiner an dieser Störung ist, dass man ihr Medikamentös nicht bei kommt. Klar, man kann Antidepressiver nehmen wenn man eine solche Phase hat, nur löst das leider so gar nicht das eigentliche Problem.
Aber da muss man durch als Lurch wenn man ein Frosch werden will. Also immer wieder auf Anfang und für sich klären warum man jetzt ausgerastet ist, was für Gefühle den eigentlich dahinter stecken uvm. um es beim nächsten mal eventuell besser kontrollieren zu können.
Und jahrelange Therapie.

Ich gehe nun schon seit 11 Jahren immer mal wieder zur Therapie, selbst redet auch immer wieder mit mehreren Jahren Pause dazwischen.

Weiterlesen „Mutter sein mit Boderline Teil 1“
Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten